Geobiologie

Geobiologie und Strahlenschutz

Tim Reckmann - pixelio.de

Tim Reckmann – pixelio.de

Handystrahlung ist omnipräsent, es gibt also auch auf dem flachen Land oder in den Wäldern kaum noch echte Funklöcher. Staatlicherseits wird immer wieder beteuert, dass durch die Einhaltung oder Unterschreitung von Grenzwerten keine Gefahr für die Gesundheit zu befürchten wäre. Sogenannte elektrosensible Personen machen hingegen ganz andere Erfahrungen und sind sich sicher, dass viele ihrer gesundheitlichen Einschränkungen und Symptome auf die Dauereinwirkung von Handystrahlen zurückgehen. Typische Beschwerden sind beispielsweise Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus, Sehstörungen oder Bluthochdruck. Im gesamten Strahlenspektrum ist Handystrahlung aber nur ein kleiner Teil des gesamten Elektrosmogs, der Tag und Nacht auf Menschen, Tiere und Pflanzen einwirkt.

Auch gewöhnliche Hausstromnetze mit Radio, TV, DECT-Telefonen, Smartphones oder Mikrowellen strahlen permanent. Bei Handystrahlung handelt es sich rein physikalisch gesehen um eine nicht ionisierende hochfrequente oder gepulste Strahlung. Diese Strahlungsart wird auch in der Medizintechnik oder von Radargeräten in der Industrie verwendet. Es ist also schlicht unmöglich, der Handystrahlung ganz aus dem Weg zu gehen. Auch die Wissenschaft streitet keineswegs ab, dass Handystrahlen unter bestimmten Bedingungen zur Gefahr werden können. Beim Beachten einiger Vorsichtsmaßnahmen ist es aber möglich, die Gefahr für die eigene Gesundheit so weit wie möglich zu reduzieren.

Es versteht sich von selbst, dass Kleinkinder nicht mit Handys in Berührung kommen sollten. Denn es scheint einen Zusammenhang zu geben zwischen Handystrahlung und der frühkindlichen Entwicklung von Hirntumoren. Es kann alleine schon aus diesem Grund nur empfohlen werden, keine Dauergespräche zu führen und ein Handy nicht ohne Grund zu nahe an den Körper zu führen. Besonders bei Gesprächen direkt am Ohr konnten Höchstwerte an elektromagnetischer Strahlung gemessen werden. Bei doppeltem Abstand zum Körper beträgt die Strahlungsmenge nur noch ein Viertel. Es empfiehlt sich darüber hinaus, ein Handy nicht dauerhaft eingeschaltet am Körper zu tragen. Vielmehr reicht es völlig aus, das Handy nur dann einzuschalten, wenn auch tatsächlich telefoniert wird.

Mann mit KopfschmerzenEin wichtiger Indikator für die Intensität von Handystrahlung ist der sogenannte SAR-Wert. Er sollte 2 Watt pro Kilogramm nicht übersteigen. Spezielle strahlungsarme Handys unterschreiten diesen Wert deutlich. Das Studienmaterial über die schädliche Auswirkung von Handystrahlen ist fundiert und wird seit Jahrzehnten zusammengetragen. Professor Schliephake beschrieb bereits im Jahre 1960 das sogenannte Mikrowellensyndrom durch permanente Strahlenbelastung. Schlafverhalten und Krebsrisiko werden durch GMS und WLAN nachweislich negativ beeinflusst.

In Deutschland sind die Grenzwerte für Handystrahlung nach Expertenmeinung immer noch viel zu hoch angesetzt. In anderen Ländern, beispielsweise Belgien, Italien oder Russland, gelten sehr viel niedrigere Grenzwerte. Das renommierte Bundesamt für Strahlenschutz sowie führende Wissenschaftler fordern seit Langem die Übernahme dieser schärferen Grenzwerte auch für die Bundesrepublik. Bereits im Jahre 2011 forderte der Europarat elektrosensible Menschen effektiver gegen Handystrahlung zu schützen, die gesetzliche Umsetzung dieser sinnvollen Empfehlung steht bis heute aber aus.

Schweden ist bisher das einzige Land, welches Elektrohypersensibilität als Krankheit und Behinderung anerkannt hat. In Deutschland werden elektrosensible Personen auch heute noch kaum ernst genommen. Vielfach werden den Betroffenen psychische oder psychosomatische Leiden unterstellt. Auch gesellschaftlich gesehen kann sich Handystrahlung negativ auswirken, denn Wohn- oder Grundstückspreise sind in der Nähe von Handymasten oft im Keller. Obwohl also ein kausaler Zusammenhang zwischen Krankheiten und Handystrahlung bis heute nicht belegt ist, gibt es doch viele Indizien und Hinweise, die eine schädliche Einwirkung auf zellularer Ebene befürchten lassen.

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