Geobiologie

Geobiologie und Strahlenschutz

Fotolia_21 (1)Nichts ist so irrwitzig wie der deutsche Steuerdschungel. Da drückt der Fiskus quasi über Nacht auf die Löschtaste – und Hunderttausende frisch Geschiedene dürfen die Kosten für ihre Eheauflösung in der Steuererklärung für 2013 plötzlich nicht mehr absetzen. Auch Posten für andere private Rechtsstreitigkeiten sind gestrichen. Für allerlei Exotisches und oft auch Unsinniges gewährt der Fiskus aber weiter generös Steuervorteile. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hat die merkwürdigsten Steuererleichterungen zusammenzutragen:

CO2-Ausgleich für Flüge Das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten für den CO2-Ausgleich für Flüge. Umweltbewusste Passagiere, die es sich leisten, Geld an eine Klimaschutzorganisation als Wiedergutmachung für die Umweltverschmutzung zu überweisen, werden dafür belohnt. Der Obolus darf in die Steuererklärung hinein. Die Klimaschutzorganisation muss steuerbegünstigt sein wie etwa gemeinnützige Vereine und Stiftungen. Seit Neuestem lassen sich auch Zug- oder Schiffsreisen inklusive Hotelaufenthalte CO2-neutral buchen. Auch diese Kosten für die Kohlendioxidkompensation der Anreise sowie des Hotelaufenthalts sind absetzbar, wie Christina Georgiadis vom VLH erläutert.

Antibabypille Normalerweise lassen sich die rund 200 Euro, die Frauen jährlich für die Antibabypille ausgeben, nicht von der Steuer absetzen. Denn dabei handele es sich um „typische Kosten der Lebensführung“ – und nicht um die außergewöhnliche Belastung eines Einzelnen. Mit einem Trick geht es aber doch: Muss die Frau die Pille aus medizinischen Gründen einnehmen, weil sie zum Beispiel unter einer hormonell bedingten Akne leidet, ist das Medikament absetzbar. Hier ist ein ärztliches Attest nötig.

Viagra Ob Kassen- oder Privatpatient: Viagra oder andere Potenz steigernde Medikamente zählen zu den Krankheitskosten. Wer die meist kostspieligen Potenzpillen aus der eigenen Tasche bezahlt, darf die Rechnung dafür als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Voraussetzung: Das Mittel wurde vom Arzt verschrieben. Quittungen und ärztliche Verschreibungen sollten der Steuererklärung im Original beigefügt werden.

Schutz vor Elektrosmog Für diese Steuererleichterung braucht es nicht mal ein amtsärztliches Attest, Privatgutachten genügen: Wer seine Wohnung zum Schutz vor der Strahlung von Strommasten oder Mobilfunkbasisstationen professionell abschirmen lässt, darf einen Großteil der Kosten dafür als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Auch wenn es sehr teuer wird, beteiligt sich das Finanzamt großzügig am Einbau von speziellen Fenstern oder Bodenbelägen und Wandfarben, die Elektrosmog abhalten sollen.

Formaldehydbelastung Sind Möbel so stark mit Formaldehyd belastet, dass sie gesundheitsgefährdend sind, lässt sich die Anschaffung von neuem Mobiliar als außergewöhnliche Belastung absetzen. Das urteilte der Bundesfinanzhof bereits im Mai 2002. (BStBl. 2002 II S. 592) Vor dem Kauf der neuen Einrichtung muss aber ein Gutachten von Gesundheitsamt, TÜV oder Dekra vorliegen. Liegt die Formaldehydkonzentration über dem von den Gesundheitsämtern festgelegten Wert, ist eine Gesundheitsgefährdung nachgewiesen und der Steuerbonus kann greifen.

Quelle : morgenpost.de

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